Der Steinmerker

Wenig(e) vergnügliche Anmerkelungen zur deutschen Politik


"Denk ich an Deutschland und die Wahl, dann spür ich eine grosse Qual"
(oder so ähnlich zumindest) dichtete Heinrich Heine schon 1844 in den "Nachtgedanken"

In weniger als 12 Monaten sind die Bürger dieses Landes aufgerufen, den neuen Bundestag zu wählen. Damit haben sie auch einen gewissen Einfluss auf die Wahl - na ja - jedenfalls auf die nächste Kanzlerin.

Eigentlich will und braucht Deutschland den Wechsel, doch der ist weiter weg, als je zuvor:

Eine Alternative zu Frau Merkel ist nirgends in Sicht.

Die SPD hat sich seit Jahren völlig von ihren traditionellen Zielen verabschiedet und präsentiert dem staunenden Wahlvolk erneut einen Kanzler der Bosse - spätestens seit Kanzler Schröder die unumstössliche SPD-Linie. Basta.

So wird unser neuer Kanzler wohl Steinmerkel heissen und dabei ist es völlig egal, ob es ein er oder eine sie ist. Steindingsbums von der SPD wirkt allerdings dynamischer; er würde die bürgerfeindlichen Wünsche seiner Auftraggeber also möglicherweise noch dynamischer umsetzen, als es die derzeitige Kanzlerin macht. Das Volk kann nur staunend danebenstehen: Wenn es erst seine Stimme abgegeben hat, dürfte es wohl sprachlos sein

Es deutet einiges darauf hin, dass Industrie und Banken der SPD-Mann lieber wäre, obwohl er sich in der Honorar-Affäre wegen seiner Nebenverdienste sicherlich ziemlich duselig angestellt hat.

Allerdings gibt es offenbar auch bei den Grünen zarte Äusserungen, dass man sich die Option einer schwarz-grünen Regierung offen halten müsse - möglicherweise wird die CDU/CSU also bei der Regierungsbildung freie Auswahl bei den Koalitionspartnern haben.

Ist die Fortsetzung einer CDU-geführten Bundesregierung überhaupt noch zu verhindern?

Kaum. Allerdings ist die CDU ausserordentlich stark auf Frau Merkel fixiert. Diese hat es ja geschafft, alle Spitzenpolitiker, die ihr hätten gefährlich werden können, aus dem Weg zu räumen. Wenn Frau Merkel fallen sollte, würde sie die ganze CDU mit sich reissen.

Aber worüber sollte sie fallen? Selbst wenn ihre angeblich verschollenen Arbeiten aus der DDR-Zeit wieder auftauchen würden (und da hat vermutlich jemand - vielleicht Herr Gauck als ehemaliger und gut informierter Chef der Anti-Stasi-Truppe? - ein gutes Druckmittel gegen die Kanzlerin) würde ihr das heute nicht mehr schaden.

Auch die aktuelle Euro-Krise wird ihr nicht angelastet werden: Da geht der "alte verbitterte Mann" für sie ins Feuer: Gerade aktuell stellt Herr Schäuble sich hin und verkündet, dass die Warnungen der Ökonomen vor der Euro-Einführung "alle richtig" gewesen seien, dass man aber die gemeinsame Währung gar nicht bekommen hätte, "wenn wir darauf gewartet hätten, bis wir die Voraussetzungen erfüllen ... " Er plädiert nicht mehr für eine gute und saubere Lösung, sondern tritt offen dafür ein, sich "durchzuwurschteln" (zum Begriff des "durchwurschtelns" informieren Sie sich bitte auf www.merkeln.de)

Gibt es denn für Rot-Grün wirklich gar keine Hoffnung mehr?

Doch, klar - die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Aber wozu eigentlich? Was sollte sich denn ändern, wenn der Kanzler Steinbrück hiesse und vielleicht der freidemokratische Grüne Cem Özdemir als Finanzminister? Alter Wein in neuen Schläuchen! Das ist doch keine Hoffnung!!!

Immerhin: Die Banken und die Konzerne scheinen noch nicht ganz sicher zu sein, wer ihre Interessen besser vertritt gegen die Völker Europas und gegen die eigene Bevölkerung. Immer nur "Durchwurschteln" ist nämlich auch keine Lösung und eine SPD-geführte Bundesregierung würde in der Bevölkerung vielleicht wieder Hoffnung auf ein gutes Ende des Krise aufkommen lassen - Proteste liessen sich leichter kanalisieren.
Ausserdem könnte man dann in ein paar Jahren die zu erwartende desaströse Situation wieder "den Roten" zuschieben, die ja "sowieso nichts von den Finanzen verstehen". Damit könnte man einer Alternative zu uneingeschränktem CDU-Kurs auf Jahre hinweg den Todesstoss versetzen. Auch das Ende des Euro (er ist sowieso schon am Ende, aber es muss natürlich erst besiegelt werden) wird voraussichtlich in die nächste Legislaturperiode fallen - das wäre doch fein, wenn man dafür dann die SPD verantwortlich machen könnte.

Aber man muss auch das Wahlvolk dahin kriegen, die "richtige" Partei zu wählen und und da könnte es wohl passieren, dass die Wählerinnen und Wähler dabei dann doch versehentlich die amtierende Kanzlerin wählen. Die kann sich also einigermassen beruhigt zurücklehnen und weiter vor sich hinmerkeln.

Tatsächlich aber braucht Deutschland eine neue Politik!

Nahezu weltweit haben die Politiker die Entwicklung nicht mehr im Griff - sie durchblicken die Probleme nicht einmal mehr, geschweige denn, dass sie Lösungen parat haben. Schäuble will sich nur noch "durchwurschteln"!

  • Der zwangsläufig gescheiterte Euro belastet letztendlich alle Länder in Europa.
  • Der Umweltschutz bleibt auf der Strecke; das geht zu Lasten unserer Kinder.
  • Der Zusammenbruch der Sozialsysteme ist vorprogrammiert.
  • Die Politikverdrossenheit der Bürger nimmt zu - Deutschland braucht eine neue Partei
  • Diese und weitere offene Baustellen wollen wir auf der Seite "Der Steinmerker" thematisieren. Zwischenzeitlich aber dürfen Sie schon mal ein bisschen zusammen mit dem Verfasser träumen.

Dieses Projekt wurde am 08.11.2012 gestartet; die letzte Änderung war am 23.02.2013
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